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PETITION AN DIE KOMMISSION FÜR DAS NEUE KATHOLISCHE GEBET- UND GESANGBUCH (GGB) ZUGUNSTEN DES GREGORIANISCHEN GESANGS

Die Max-Baumann-Gesellschaft verabschiedete zu Beginn ihrer Jahrestagung vom 15.-17.05.2009 eine Petition. Darin wird die Kommission zur Erstellung des neuen Gemeinsamen Gebet- und Gesangbuchs (GGB) der katholischen Kirche unter der Leitung S. E. Bischof Friedhelm Hofmann (Würzburg) dazu aufgerufen, im Sinne der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils das Erbe des Gregorianischen Chorals möglichst vielfältig zu wahren. Der Wortlaut:

Exzellenz,
Hochwürdigster Herr Bischof,

nachfolgende von den Mitgliedern der Max-Baumann-Gesellschaft unterzeichnete Erklärung bitten wir bei der Neufassung des geplanten Gesangbuches zu beachten:

"Die Kirche betrachtet den Gregorianischen Choral
als den der Römischen Liturgie eigenen Gesang"
(Sacrosanctum Concilium)

Die Max-Baumann-Gesellschaft bittet daher die Kommission zur Redaktion eines neuen Gesangbuches für die deutschsprachigen Bistümer, alle gregorianischen Gesänge die im derzeit gebräuchlichen "Gotteslob" enthalten sind, zumindest beizubehalten, wenn nicht gar andere für die liturgische Praxis relevanten gregorianischen Gesänge noch hinzuzufügen.

Herlinde Brauckmann
DKM a. D. Rudolf Brauckmann
Herbert Brüggner
Prof. Dr. Adelheid Geck
Gabriele Graf
Darius Heise-Krzyszton
DKM Reinhard Kammler
Johannes Laas
Frank Pitsch
Prof. Dr. Albert Richenhagen
Dr. Maria-Elisabeth Richenhagen
Beate Sonnenberg
Claudia Waßner
Frank Weckenmann


* * *

Max Baumann - Ein vielseitiger Komponist

Der Komponist Max Baumann wurde am 20. November 1917 als Sohn eines Musiklehrers in Kronach/Oberfranken geboren. Nach anfänglichem Musikunterricht im Elternhaus führte ihn sein Weg über Halle und Passau nach Berlin, wo er an der Hochschule für Musik Dirigieren, Klavier und Posaune sowie bei dem Hindemith-Schüler Konrad Friedrich Noetel und später bei Boris Blacher Komposition studierte. Seit 1946 war Baumann zunächst als Dozent für Klavier und Tonsatz, dann mit mehreren Fächern in der Abteilung Schulmusik an der Berliner Musikhochschule tätig. Dort wurde er 1960 zum Professor berufen und schließlich 1978 emeritiert. Baumann trat auch als Dirigent und Chorleiter in Erscheinung und war nach dem Tod Karl Forsters 1963 interimistischer Leiter des Chors der St. Hedwigs-Kathedrale. Bis zu seinem Tode am 17. Juli 1999 lebte er in Berlin.

Max Baumanns kompositorisches Schaffen ist weit gespannt und umfasst so gut wie alle Gattungen der Musik, vom einfachen Lied über Klavier-, Kammer- und Orgelmusik bis hin zu Oratorien, Kantaten und Bühnenwerken sowie kleineren und großen Orchesterwerken. Unter seinen Kompositionen nimmt die geistliche Vokalmusik weiten Raum ein. Sie reicht vom einfachen gleichstimmigen Lied über A-cappella-Messen für gemischte Stimmen und Doppelchöre bis hin zu abendfüllenden Chorwerken wie der Passion op. 63 (1959) oder dem Oratorium Auferstehung op. 94 (1980) nach Texten der Heiligen Schrift und der Liturgie. 

Zu den Auszeichnungen, die Max Baumann verliehen wurden, gehören der Kunstpreis der Stadt Berlin (1953), der Prix Italia (1963), die Medaille in Gold „für besondere Verdienste" vom Landkreis Kronach (1977) und die Goldene Orlando-di-Lasso-Medaille des Allgemeinen Cäcilienverbandes (ACV) (1977). 1986 ernannte Papst Johannes Paul II. Max Baumann zum Komtur des Gregorius-Ordens mit Stern.